US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ist ein weit rechter und christlicher Fundamentalist. Seine Tattoos beweisen es.
Sobald Pete Hegseth seinen Oberarm zeigt, wird die Agenda offensichtlich. Denn dort hat der US-Verteidigungsminister die Parole „Deus Vult“ tätowiert, auf Deutsch: „Gott will es“. Es war die Parole der Kreuzzüge, einer Serie von brutalen christlichen Feldzügen für Reichtum und Land. Allein nach der christlichen Eroberung Spaniens wurden zehntausende Muslim:innen und Jüd:innen aus ihrer Heimat vertrieben, zum Konvertieren zum Christentum gezwungen oder ermordet.
Dieser Artikel erschien erstmals im November 2024 und wurde im März 2025 umfangreich ergänzt und aktualisiert.

Bild: Instagram / Hegseth
Heute verwenden extreme Rechte die Parole „Deus Vult“ – übrigens auch in Österreich und Deutschland: So wurde ein Banner mit dieser Aufschrift unter anderem auf einem Corona-Aufmarsch der FPÖ im Dezember 2021 mitgeführt.
Und exakt die Parole für diesen mörderischen christlichen Eroberungskrieg trägt auch Hegseth am Arm. Das wäre schon übel genug, wenn es irgendein Rechtsaußen-Aktivist tragen würde. Doch der 44-jährige Ex-Soldat ist als Verteidigungsminister der USA verantwortlich für das US-Militär und die Kriege der USA.
Der Aufmarsch der FPÖ und der Corona-Leugner*innen marschiert jetzt über die Ringstraße. Vorneweg ein Banner mit der Aufschrift "Deus Vult" – "Gott will es". Es ist die Losung der Kreuzritter. Das ist ein direkter Aufruf zum Krieg.#w1112 pic.twitter.com/euhIdElHsn
— Michael Bonvalot (@MichaelBonvalot) December 11, 2021
Passend dazu trägt Hegseth, früher Moderator beim rechten TV-Sender Fox, auf der Brust ein sogenanntes Jerusalemkreuz. Dieses Kreuz wird heute von verschiedenen christlichen Strömungen verwendet, es muss also nicht einschlägig sein.
Doch das Jerusalemkreuz war auch die Fahne des christlichen Königreich Jerusalem nach der Eroberung der Stadt durch die Kreuzritter. Auch hier also die direkten Bezüge auf die christlichen Eroberungskriege.

Bild: Instagram / Hegseth
Hegseths christlich-reaktionäre Gewaltfantasien zeigt auch noch ein weiteres Tattoo am Unterarm: Ein Schwert, umrandet von einem Kreuz. Es ist eine Referenz auf den Vers Matthäus 10,34 aus der Bibel: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“

Bild: Instagram / Hegseth
Und schließlich trägt Hegseth noch ein weiteres aktuelles und einschlägiges Symbol: Die sogenannte „Join, or Die“-Schlange – eine passende Übersetzung wäre wohl „Zusammenhalten oder sterben“. Ursprünglich war diese Schlange eine Karikatur von Benjamin Franklin, einem der „Gründerväter“ der USA. Die Karikatur sollte die Uneinigkeit der damaligen britischen Kolonien in Amerika zeigen.

Bild: Instagram / Hegseth
Bald wurde die Klapperschlange ein Symbol im Kampf für die Unabhängigkeit der USA. Sie fand sich dann auch auf der zeitgenössischen „Gadsden flag“, benannt nach dem US-amerikanischer Offizier und Politiker Christopher Gadsden (1724 – 1805). Doch heute wird die (meist gelbe) Gadsden-Flagge mit der Aufschrift „Don’t Tread on Me“ („Tritt nicht auf mich“) vor allem von extremen Rechten verwendet.
Und auch dieses Symbol wurde international übernommen: Bei extrem rechten Aufmärschen in Österreich und Deutschland wird die Gadsden-Flagge samt Schlange inzwischen regelmäßig mitgeführt, ich habe das immer wieder dokumentiert. Hier habe ich für euch die wichigsten extrem rechten Symbole entschlüsselt:
Und Hegseth zeigt nicht nur sich selbst mit einschlägigen Tattoos. Sogar seinen Sohn präsentiert er mit (hoffentlich nur aufgemalten) Symbolen. Das Kind trägt auf einem Foto, das Hegseth auf Instagram veröffentlicht hat, ein Jerusalem-Kreuz auf der Brust. Und das Kind präsentiert, so wie der Vater, eine automatische Waffe samt US-Flagge am Arm. Das Gesicht des Kindes ist im Original dabei nicht einmal unkenntlich gemacht, das habe ich hinzugefügt.

Bild: Instagram / Hegseth
Schließlich trägt Hegseth noch mehrere weitere Tattoos, die patriotisch bis nationalistisch eingefärbt sind. Etwa die Worte „We the People“ (Wir das Volk) aus der US-Verfassung. Das Datum 1775 in lateinischen Zahlen – es ist der Beginn des US-Unabhängigkeitskrieges. Und schließlich einen Ring mit Sternen am linken Ellbogen. Es ist wahrscheinlich eine Referenz auf die „Betsy Ross“-Flagge, einen frühen Entwurf für eine Fahne der USA. Es sind an sich keine „rechten“ Symbole. Doch die extrem patriotische und militaristische Gesinnung wird natürlich auch hier deutlich.
Ihr wollt wissen, wie der US-Verteidigungsminister tickt und was von ihm zu erwarten ist? Seht euch seine Tattoos an. Es ist eine gefährliche Drohung – buchstäblich für die gesamte Welt.
Dieser Artikel wurde im März umfangreich erweitert und aktualisiert.
Diese Recherche war viel Arbeit. Wieviel ist Dir guter Journalismus wert?
Standpunkt.press wird ausschließlich über Deine Spenden finanziert. Schon ab fünf Euro kannst Du einen wichtigen Beitrag leisten. Und wenn Du standpunkt.press künftig monatlich unterstützt, können in Zukunft noch viel mehr Recherchen erscheinen. Vielen Dank!
• Spendenkonto – monatlich/einmalig:
IBAN: AT64 1420 0200 1026 2551
BIC: BAWAATWW
Easy Bank, 1100 Wien
Kontoinhaber: Michael Bonvalot
(Bitte die Mailadresse als Verwendungszweck, damit ich Dich bei technischen Fragen erreichen kann!)
• Kreditkarte und Paypal – monatlich/einmalig:
• Steady – monatlich: Klick hier für Steady!
[Steady zieht hohe Gebühren ab, Bank/Paypal ist daher besser, wenn es Dir möglich ist!]
• Patreon – monatlich: Klick hier für Patreon!
[Patreon zieht hohe Gebühren ab, Bank/Paypal ist daher besser, wenn es Dir möglich ist!]
Vielen Dank für Deine Unterstützung!