Offiziell werden mit den Spenden vom Sternsingen arme Menschen im globalen Süden unterstützt. Tatsächlich fließen hohe Summen für „Bibelarbeit“, Kirchenbau, katholische Medien, Priesterausbildungen – und die Lobbytätigkeit einer Bischofskonferenz.
„Gegen Armut und Not im Süden der Welt – dafür sammeln wir Spendengeld.“ So bewirbt die katholische Jungschar ihr jährliches Sternsingen. Und genau so wird das Sternsingen auch in der Öffentlichkeit verkauft. Doch die tatsächliche Verteilung der Spendengelder wirft zahlreiche Fragen auf.
Denn die tatsächliche Verteilung der vermeintlichen Spenden „gegen Armut und Not“ wird viele Menschen vermutlich sehr überraschen werden. Geld fließt etwa für „Bibelarbeit“, für die „Strategieplanung für katholische Diözesen“ und für katholische Radio- und Fernsehsender. Bedeutende Summen gibt es auch für Theologie-Stipendien, für die „Ausbildung von Priesterseminaristen und Schwestern“ oder für die „Lobbyarbeit“ einer Bischofskonferenz.

Bild: Michael Bonvalot
Kurz: Sehr viel Sternsing-Geld fließt tatsächlich in den Aufbau katholischer Strukturen und für die katholische Missionstätigkeit. Sehen wir uns also an, wie die Spenden für das Sternsingen tatsächlich verteilt werden!
Es geht um Geld. Viel Geld.
Rund um den 6. Jänner ziehen in Österreich und Deutschland traditionell die Sternsinger:innen durch die Straßen. Organisiert wird das Sternsingen meist von der örtlichen Pfarre, die Sternsinger:innen sind traditionell fast immer Kinder und Jugendliche. Die singen dann katholische Lieder vor Haustüren und in Geschäften, sie bemalen (manchmal auch ungewollt) Eingangstüren mit christlichen Symbolen – und sie sammeln Geld. Viel Geld.
In Österreich waren es allein zum Jahreswechsel 2023/2024 insgesamt 19,5 Millionen Euro, in Deutschland fast 46 Millionen Euro. Seit den Anfängen der Dreikönigsaktion (DKA) im Jahr 1954/55 wurden in Österreich bereits rund 540 Millionen Euro gesammelt, sagt die DKA. Über eine halbe Milliarde.
Womit das Sternsingen Werbung macht
Offiziell werden die Spenden aus Österreich für „Menschen in Armutsregionen“ verwendet. Diesen Menschen würde mit den Spenden geholfen „der Armut und Ausbeutung zu entkommen und sich selbst zu ermächtigen“. So zumindest bewirbt die Dreikönigsaktion das Sternsingen.
Die DKA ist eine Teilorganisation der Katholischen Jungschar, sie ist verantwortlich für die Sternsing-Aktivitäten in Österreich. Die ausgewählten Spendenprojekte, die die DKA auf ihrer Homepage in Szene setzt, passen perfekt zu dieser Erzählung.

Mit diesen Projekten wirbt die DKA beim Sternsingen 2024/25 um Spenden.
Ein Projekt gegen Hunger in Tansania, Schutz für Mädchen in Kenia, indigene Völker im Regenwald von Brasilien. Dazu eine Schule in Indien, Frauenpower in Äthiopien und ein Projekt für Straßenkinder in Bolivien. Das klingt gut und sympathisch.
Geworben wird mit Kindergesichtern
Ähnlich der offizielle Werbeflyer der DKA für 2025. Zur Verwendung der Spendengelder heißt es dort: „Straßenkinder betreuen, Nahrung für Bauernfamilien sichern, Menschenrechte und Umweltschutz stärken.“ Auch die Bildsprache der DKA unterstützt diese Erzählung.

Offizieller Werbeflyer für das Sternsingen 2024/25
Auf den Projektbildern sind zumeist Kinder und „People of Color“ zu sehen – also Menschen aus dem globalen Süden, die nicht als „weiß“ gesehen werden. Auch gegenüber den eigenen Aktivist:innen wird das Sternsingen vor allem als Hilfe für Menschen im Süden der Welt dargestellt.
Diese Erzählungen haben einen Haken
Der „großartige Einsatz“ in Österreich käme „Mitmenschen zugute, die dringend auf unsere Hilfe angewiesen sind“. Und mit den Spenden würden „rund 500 Hilfsprojekte im globalen Süden finanziert“. So wird es im „Aktionsheft Sternsingen“ für das Jahr 2025 erklärt. Das „Aktionsheft“ ist ein internes Handbuch für die Pfarrverantwortlichen der Sternsing-Aktion.
DKA-Sprecher Rudolf Remler-Schöberl schreibt auf meine Anfrage, dass in der Bewerbung jene Projektinhalte vorgestellt würden, „wo ca. 95 % der Mittel hingehen“. Doch ob sich das so ausgehen kann?
Das werden wir uns nun ansehen. Denn all diese Erzählungen haben einen gewaltigen Haken: Sie lassen eine sehr bedeutende Gruppe von Spenden-Empfänger:innen der Dreikönigsaktion aus. Und das ist vermutlich kein Zufall.
„Der Weg des Geldes“ … wird dann doch nicht erklärt
Die Sternsinger haben sogar ein eigenes Video mit dem Titel „Der Weg des Geldes“ produziert. Zu Beginn des Videos wird eigens darauf hingewiesen, dass Menschen oft „skeptisch“ seien, „ob das Geld, das sie gespendet haben, wirklich bei den Projekten ankommt, die sie unterstützen wollen“. Im Video erklärt dann der oberösterreichische DKA-Aktivist Luggi Frauenberger, dass die Verteilung der Spenden durch ein sogenanntes „interdiözesanes Komitee“ beschlossen würde.

Plakat für das Sternsingen 2024/25, Bild: Michael Bonvalot
Dieses Komitee besteht aus „diözesanen Jungschar-Vertretern/innen und Leitungspersonen der Bundesebene“, wie DKA-Sprecher Georg Bauer auf meine Anfrage schreibt. Welche Projekte nun aber tatsächlich gefördert werden, wird im Video nicht erklärt. Stattdessen gibt es einen Verweis auf die Jahresberichte der Jungschar.
Mindestens ein Viertel der Spenden geht an die Kirche
Doch wer etwa aus dem letzten verfügbaren Jahresbericht 2023 schlau werden will, wird schnell ernüchtert werden. Aufgelistet sind dort ausschließlich ausgewählte Projekte sowie die Gesamtsummen für einzelne Länder. Eine Aufzählung aller unterstützten Projekte ist nicht zu finden. Doch in diesem Jahresbericht gibt es dennoch einen ebenso dezenten wie bedeutenden Hinweis.
Denn aus einer kleinen Grafik wird deutlich, dass ganz offiziell 23 Prozent aller Sternsing-Spenden im vergangenen Jahr an die Kirche selbst gegangen sind. „Kirche im Dienst an den Menschen“ heißt das offiziell. Das sei auch einer der fünf Schwerpunkte der DKA. Vermutlich ist sogar diese Zahl noch deutlich untertrieben und es fehlt wohl auch ein Schwerpunkt – doch dazu später noch mehr.

Türen werden bemalt. Bild: Katholische Jungschar
Auch in den Projektvergaberichtlinien der DKA wird übrigens offen geschrieben, dass ein Förder-Schwerpunkt die Stärkung der „Kirche vor Ort“ wäre. Doch es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass viele Spender:innen erst Projektvergaberichtlinien lesen, bevor sie etwas in eine Spendenbox werfen.
Ich habe für euch alle Spendenlisten ausgewertet
An dieser Recherche arbeite ich bereits seit 2020. Da hatte ich erstmals bei der DKA um die Zusendung der vollständigen Projektlisten ab dem Jahr 2000 gebeten. Bekommen hatte ich eine Projektliste für 2019, die Zusendung früherer Listen hat mir DKA-Sprecher Georg Bauer angekündigt. Eingetroffen sind sie nie.
Die DKA-Homepage hilft nicht weiter: Dort ist jeweils nur die letzte verfügbare Liste veröffentlicht. Und während die DKA den offiziellen Jungschar-Jahresbericht auf der Homepage prominent präsentiert, ist die tatsächliche Projektliste 2023 eher schwierig zu finden. Sagen wir es so: Die Auffindbarkeit wirkt nicht nach einer hohen Priorität. Ich musste daher alle älteren Listen teils über Sekundärquellen recherchieren.
Ihr findet alle Listen am Schluss dieser Recherche und könnt damit alle Informationen selbst überprüfen.
Endenwollende Freude über kritische Recherche
Im vergangenen Jahr habe ich dann erstmals eine ausführliche Auswertung aller Spenden zwischen 2016 und 2022 veröffentlicht. Hier könnt ihr diese umfangreiche Recherche nachlesen. Die Freude der DKA über meine Veröffentlichung war, vorsichtig formuliert, endenwollend.
Na ja. Jederzeit nachvollziehbare und prüfbare Fakten sind natürlich keine Frage der Perspektive, sondern eben Fakten. Ihr wisst natürlich genau, dass alles stimmt, was ich schreibe. Warum steht ihr nicht dazu, wozu ihr die Spenden auch verwendet? Es stützt genau meine Kritik.
— Michael Bonvalot (@MichaelBonvalot) January 3, 2024
Zuerst behauptete die DKA via Twitter/X, in meinem Artikel stimme es „hinten und vorne nicht“. Auf meine Antwort, dass selbstverständlich alle Fakten in meinem Artikel stimmen und ich die DKA im Vorfeld auch um eine Stellungnahme ersucht hatte, kam keine Antwort mehr.
In einem nachfolgenden Telefonat musste schließlich auch ein Sprecher der DKA bestätigen, dass alle Fakten in meinem Artikel stimmen. Doch was machte die DKA an meiner Recherche so offensichtlich nervös?
Mehr für Priester und Schwestern als für ganz Ghana
Möglicherweise hat meine Recherche einfach nicht zur Erzählung der DKA über Spenden „gegen Armut und Not im Süden der Welt“ gepasst. Laut DKA-Sprecher Remler-Schöberl gehört etwa die Priesterausbildung „nicht zu den Schwerpunkten“ der DKA. Deshalb wäre sie auch in Werbeunterlagen nicht aufgeführt.
Doch tatsächlich dürfte der Posten „Förderung der Ausbildung von Priestern, Schwestern und Lai/inne aus Asien“ in den vergangenen Jahren der größte einzelne Spendenposten überhaupt gewesen sein. Dafür gab es zwischen 2016 und 2022 fast eine halbe Million Euro – allein im Jahr 2022 wurden 120.014 Euro überwiesen. Es war damit übrigens auch das einzige Einzel-Projekt auf der gesamten Liste mit über 100.000 Euro Förderung.
Zum Vergleich: In das offizielle Schwerpunktland Ghana ging im gleichen Jahr für alle neun geförderten Projekte weniger Geld – dort waren es insgesamt nur 116.417 Euro. Das alles geht aus den Projektlisten von 2016 bis 2022 hervor, die ich ausgewertet habe.
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Geld für den Religionsunterricht
Wenn von „Menschen in Not“ die Rede ist, werden vermutlich die wenigsten Spenderinnen an die Ausbildung von Priestern oder Katechist:innen denken. Katechist:innen sind Personen, die beispielsweise als Religionslehrer:innen fungieren oder auf die Taufe vorbereiten. Für die Ausbildung von Katechist:innen wurden in den letzten Jahren allein nach Tansania rund 105.000 Euro überwiesen.
Dazu gibt es in Tansania sowie Kenia und Uganda auch Geld für „Bibelarbeit“. DKA-Sprecher Remler-Schöberl sagt dazu, dass diese Bibelarbeit einen befreiungstheologischen (also progressiven) Hintergrund hätte und der Demokratieförderung diene.
Apropos Religionsunterricht: In Brasilien wurde 2022 gar „pädagogisches Material für Religionsunterricht an öffentlichen Schulen“ mit Sternsing-Geld finanziert. Und da ist sie wieder, die Missionierung!
Geld für eine neue Kirche
Und wenn dann genug neue Schäfchen rekrutiert wurden, wird gleich eine Kirche gebaut. Auch das wurde bereits kräftig mit Sternsing-Spenden unterstützt: So flossen über 170.000 Euro in den Neubau einer Kirche sowie den „Kapazitätenaufbau“ einer Diözese in Tansania.
In diesem Staat im Osten Afrikas steht die katholische Kirche in einem deutlichen Konkurrenzkampf mit anderen Religionen. Etwa mit weiteren christlichen Strömungen, dem Islam, traditionellen Religionen und dem Hinduismus. Da kämpfen also viele Gruppen um neue Schafe. Wie praktisch, wenn dann Geld aus Österreich fließt.
Sogar die Publikation eines Buches mit dem Titel „Geweihtes Leben“ in Asien wurde 2022 mit 10.007 Euro aus Österreich gefördert. Worum es hier genauer geht, bleibt unklar. Doch der aktuelle Papst Franziskus ist Autor eines Buches mit exakt diesem Untertitel.
Kleine Veränderungen
Im Jahr nach der Veröffentlichung meiner ersten Recherche gab es dann einige Änderungen. So fehlt etwa in der jüngsten Projektliste die bereits erwähnte und enorm hochdotierte „Förderung der Ausbildung von Priester, Schwestern und Lai/inne aus Asien“. Weiterhin auf der Projektliste aufgeführt ist allerdings die „Ausbildung von Priesterseminaristen und Schwestern“ in Indien (€ 22.807).
Ergänzend gibt es in Asien etwa Geld für die „Ausbildung von Schwestern in geistlicher Begleitung und Vorbereitung für Führungsrollen“, für die Weiterbildung von Ordensschwestern oder für Theologie-Stipendien (Gesamtkosten der drei Projekte: Knapp 60.000 Euro). Hier wird offensichtlich mit Sternsing-Spenden katholisches Kader-Personal aufgebaut.
Hohe Summen für katholische Medien
Offiziell haben die Sternsinger fünf Themen-Schwerpunkte: „Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung“, „Menschenrechte und Zivilgesellschaft“, „Bildung durch Bewusstseinsbildung“, „Kinder und Jugendliche“ sowie „Kirche im Dienst an den Menschen“. Tatsächlich könnte wohl noch ein sechster Schwerpunkt hinzugefügt werden: Der Aufbau katholischer Medien – und damit die Rekrutierung neuer Anhänger:innen.
Doch auffällig ist, dass dieser Schwerpunkt in den Werbematerialien für die breitere Öffentlichkeit einfach kein Thema ist. Dabei fließen hier substantielle Summen. In Ägypten etwa wird seit Jahren der christlich-arabische Fernsehsender SAT-7 gefördert. Mit über 460.000 Euro Förderungen zwischen 2016 und 2023 ist der christliche TV-Sender sogar insgesamt einer der größten Geldempfänger der Sternsing-Aktion.
„Die Medienmission der Kirche“
Dazu werden unter anderem auch mehrere katholische Radiosender gefördert, zuletzt etwa in Indien, Uganda und dem Südsudan. In Asien erhielt sogar die katholische Nachrichtenagentur UCANEWS ab 2016 zumindest rund 120.000 Euro. Die bedankt sich so für Spenden: „Ihre Unterstützung ist wertvoll für die Medienmission der Kirche in Asien.“
DKA-Sprecher Remler-Schöberl sagt dazu, dass die Medienarbeit „kein offensichtlicher Schwerpunkt“ der Sternsing-Spenden wäre. Und er verweist darauf, dass zuletzt nur sieben von insgesamt 448 Projekten dieser Kategorie zuzuordnen wären. Das geringe Zahl der Projekte stimmt – doch gleichzeitig geht es natürlich nicht nur um die Zahl, sondern auch um die Höhe der Förderungen. Und um die teils auffälligen Empfänger.
Sternsing-Spenden für die milliardenschweren Jesuiten
Allein die Jesuiten in Nicaragua erhielten für ihre Zeitung zwischen 2016 und 2022 rund 90.000 Euro. Dass gerade die Jesuiten gefördert werden, kommt dabei doch überraschend. Immerhin soll der Orden selbst ein Milliardenvermögen halten – auch Papst Franziskus ist übrigens Jesuit.
Die Wirtschaftszeitschrift Trend meldete 2013, dass die Jesuiten sogar Anteile am US-Flugzeughersteller Boeing halten würden. Samt Beteiligung am internationalen Rüstungsgeschäft. Ob der Orden diese Spenden aus Österreich also tatsächlich nötig hat? Es darf hinterfragt werden.
Spenden fließen in die politische Lobbyarbeit der Kirche
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In den Projektlisten finden sich sogar Programme, die ganz unmittelbar die politische Stärkung katholischer Organisationen zum Ziel haben. So flossen etwa zwischen 2016 und 2023 insgesamt 129.556 Euro nach Südafrika: Für die „Politische Bildungs- und Lobbyarbeit“ der Bischofskonferenz für das südliche Afrika.

Bild: Giorno2, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Weitere Mittel fließen etwa an die Katholische Hochschuljugend, die christliche Arbeiter*innenjugend sowie die katholische Bauern- und Bäuerinnenbewegung. Hier sind wir also bereits ganz eindeutig im politischen Katholizismus.
Nur die Spitze des Eisbergs
Mit dem Sternsingen werden zweifellos auch viele sinnvolle Projekte gefördert. Doch gleichzeitig ist völlig unklar, wie hoch der Anteil der Sternsing-Spenden ist, die unmittelbar in die katholische Kirche zurückfließen. Ein Sprecher der DKA sprach Anfang 2024 mir gegenüber von „fünf bis zehn Prozent“ der Gesamtspenden.
Doch sogar laut dem letzten offiziell verfügbaren Jahresbericht wandern, wie erwähnt, 23 Prozent der Spenden in den Bereich „Kirche im Dienst an den Menschen“. Das wirkt doch deutlich widersprüchlich. Und sogar die 23 Prozent sind vermutlich noch sehr niedrig angesetzt.
Der Vatikan gibt die Richtung vor
Denn es gibt viele Projekte, wo der tatsächliche Hintergrund von außen einfach nicht nachvollziehbar ist. Ein „Bildungsprogramm für Jugendliche“ etwa, das kann sehr viele und sehr unterschiedliche Dinge bedeuten.
Und wenn katholische Spitäler und Schulen gefördert werden, sollte klar sein: Dort wird im Sinne der katholischen Kirche gearbeitet. So ist es eher unwahrscheinlich, dass in katholischen Spitälern die Möglichkeit zu einer Schwangerschaftsunterbrechung angeboten wird.
„Treue in der Ehe oder Enthaltsamkeit“
Apropos: Ein Programm in Guatemala zur „Reduktion der Schwangerschaften von Minderjährigen durch Bewusstseinsbildung“ war der DKA allein in den Jahren 2022 und 2023 fast 60.000 Euro wert. Was in diesem Programm genau passiert, muss offenbleiben. Doch die generelle Linie der Kirche ist bekannt.
Der deutsche „Jugendbischof“ Stefan Oster (Alter: 59) erklärte etwa 2019 beim katholischen Weltjugendtag im mittelamerikanischen Panama: Die Kirche würde Programme fördern, in denen Menschen „entweder Treue in der Ehe oder Enthaltsamkeit leben“.
Ist die Verwendung der Sternsing-Spenden für die Kirche legitim?
Selbstverständlich hat die katholische Kirche das Recht, Spenden nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu verteilen. Und sicherlich werden mit dem Sternsingen eine ganze Reihe von sehr sinnvollen Projekten gefördert. Doch es geht um das Bild, das öffentlich vermittelt wird.
Wünschenswert wäre, wenn die Dreikönigsaktion klar kommunizieren würden, dass ein wesentlicher Teil der Sternsing-Spenden für den Aufbau katholischer Strukturen ausgegeben wird. Dann könnten Menschen eine informierte Spenden-Entscheidung treffen. Und Kinder und Jugendliche wüssten besser, wofür sie tatsächlich Spenden sammeln gehen. Im DKA-Video „Der Weg des Geldes“ heißt es, dass beim Sternsingen „Geld für Menschen“ gesammelt würde, „denen es nicht so gut geht“.
Ob Spender:innen bei diesen Worten an die Lobbyarbeit einer Bischofskonferenz denken? Und ob die Ausbildung von Priestern wirklich ein Mittel gegen „Armut und Not im Süden der Welt“ ist? Das kann und darf hinterfragt werden.
Alle Projektlisten von 2016 bis 2023 zum Download:
- DKA_Projektliste_2023
- DKA_Projektliste_2022
- DKA_Projektliste_2021
- DKA_Projektliste_2020
- DKA_Projektliste_2019
- DKA_Projektliste_2018
- DKA_Projektliste_2017
- DKA_Projektliste_2016
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